Sicherheit beim Modellflug

Der Stromunfall!

Unfälle mit einer wirklichen elektrischen Durchströmung des Körpers sind ja glücklicherweise bei unserem Hobby nicht zu erwarten, dazu ist die Spannung der Lipos zu gering. Ich habe jedoch vor einiger Zeit einen recht bösen Unfall wegen dem einfach einzuschaltenden elektrischen Strom bei einem benachbarten Verein erlebt. Was war geschehen? Ein Modellflieger kam mit seiner bildschönen SebArt Katana vom Platz zurück und trug das Modell durch die Reihen der anderen geparkten Flugzeuge, um niemanden zu gefährden. Ein leichter aber plötzlicher Windstoß ließ das ebenso leichte Modell beinahe aus seiner Hand gleiten. Der Besitzer fasste reflexartig und schreckhaft mit der anderen Hand nach, um den Flieger aufzufangen. Dabei geriet er wohl offenbar unglücklicherweise mit dem Ärmel an den Gasknüppel des Senders und der 6s Antrieb zeigte, dass auch nach dem Flug noch genug Power in ihm steckt um den Mann ernstlich zu verletzen. Bevor jemand anders am Sender der Gasknüppel zurücknehmen konnte, trug der Pilot schon einige schlimme Schnitte an den Fingern und am Bauch davon. Er musste nach einer Erstversorgung am Platz in das nächste Krankenhaus gefahren werden. Sein Modell wurde von einem Vereinskollegen demontiert und mitgenommen und sein Flugbetrieb war für die nächsten Monate definitiv zu Ende. Wie kann man sich vor einer solchen, meist unterschätzten Gefahr schützen? Durch die Programmierung und konsequente Nutzung eines Ausschalters für den Motor am Sender! Dieser „Kill Switch“ lässt sich mit jeder modernen Fernsteuerung realisieren. Wenn es nicht sogar eine speziell dafür vorgesehene Funktion gibt, besteht immer noch die Möglichkeit einen Mischer so zu verwenden, dass er nach dem umlegen eines Schalters immer -100% zum Gasknüppel hinzumischt und so den Motor sicher stoppt. Sehr praktisch ist es auch, wenn die Anlage über eine Sprachausgabe verfügt und die sympathische Damenstimme (meine heißt übrigens Susanne ) am Zaun kurz vor dem Start „Motor EIN“ sagt, und umgekehrt nach der Landung am Eingang zum Vorbereitungsraum mit der Information „Motor AUS“ bestätigt, dass man das Modell gefahrlos zurück tragen kann. Daran kann man sich so gewöhnen, dass es wirklich automatisch geschieht. Ich habe das an all meinen Elektromodellen mit immer dem gleichen Schalter so gemacht. Probiert es doch mal aus…Bei dieser Gelegenheit kann man auch gerade mal prüfen, wie sich der Antrieb verhält wenn der Sender irrtümlich ausgeschaltet wird, oder es zu einem Signalverlust kommen sollte. Macht die „Fail-Safe“ Schaltung wirklich den Regler zu? Zur Sicherheit dabei bitte das Modell festhalten, denn man weiß ja nie…Immer sichere Starts, Flüge und Landungen ohne „Stromunfall“ wünsche ich Euch!Übrigens: Die Blattspitzengeschwindigkeit des 15 Zoll (38cm) Propellers meiner Extra 300 beträgt 606 km/h. Da will man nicht nur die Finger nicht in der Nähe haben, oder?